Obzwar Hypnose schon seit mehreren tausend Jahren (bereits die alten Griechen wussten um die heilsame Wirkung) angewandt wird, gibt es bisher keine endgültige wissenschaftliche Definition dieses Zustandes, denn

  • Hypnose hat nichts mit Schlaf zu tun
  • aber auch nichts mit dem normalen Wachzustand

Dennoch wurde Hypnose bereits im Jahr 1955 in England und im Jahr 1958 in den USA als therapeutisches Verfahren anerkannt. Deutschland brauchte "ein bisschen" länger, bei uns ist die Hypnose erst seit 2006 in die Liste der anerkannten Therapien aufgenommen.

Während der Hypnose wird das rationale Bewusstsein reduziert um dem Unterbewusstsein mehr Raum zu geben. Dadurch können Worte und die daraus entstehenden Bilder eine um ein vielfaches höhere Wirkung entfalten und damit z. B. die Selbstheilungskräfte immens unterstützten, oder Ihre Aufmerksamkeit so bündeln, dass Sie ansonsten Schmerz auslösende Dinge  nicht mehr als solche wahrnehmen. Sie sind sich während einer Hypnosesitzung aller Dinge bewusst, die um Sie herum geschehen, die Dinge verlieren aber an Wichtigkeit denn Ihr Geist ist fokussiert.

Wenn man als Außenstehender die Gelegenheit hat, einen Menschen in Hypnose zu beobachten, kommt es für den nicht mit den Grundsätzen der Hypnose Vertrauten häufig zu Fehldeutungen, denn:

In Hypnose ist man weder willenlos noch bewusstlos! Man kann jederzeit die Augen öffnen, aufstehen und gehen, wenn man es möchte.

Hypnose ist kein einheitlicher Zustand.

Je nach Hypnoseschule bzw. Ausbildung wird zwischen verschiedenen Stadien der Trancetiefe unterschieden. Die Ausbildung auf den Grundlagen der Hypnosanwendung nach Dave Elman (1900 - 1967) bzw. Gerald F. Kein ( Omni Hypnosis Training Center Florida) unterscheidet zwischen der leichten/ mittleren, der tiefen ( Somnambulismus) und der sehr tiefen ( Esdaile State) Hypnose. Als weitere spezielle Stadien existieren der sog. „Hypno- Sleep“ und der „Ultra-Hight“. Für die therapeutische Arbeit wird immer der sog. „Somnambulismus“ angestrebt da erst ab diesem Stadium Phänomene wie z.b. Analgesie möglich werden.

Zu welchen Leistungen unser Geist in Hypnose fähig ist, sehen Sie in den folgenden englisch-sprachigen Film- und Textbeiträgen.

1.) Operation eines Nabelbruches in Fremdhypnose:

http://video.google.com/videoplay?docid=-6246151609103284389

2.) Leistenbruch- OP in Selbsthypnose. ]Patient ist diesmal Dr. John Butler, der Hypnotherapeut aus dem oben gezeigten Video, er leitet in London ein renomiertes Ausbildungsinstitut für Hypnose.

http://www.youtube.com/watch?v=sClE-xm-P8A

3.) Ein Beitrag der BBC aus dem Jahr 1980 über die Wirkung von Hypnose bei Verbrennungsopfern

http://www.youtube.com/watch?v=u34HoFVxSNc

4.) An der Universitätsklinik im belgischen Lüttich werden seit Jahren routinemäßig mehrere Operationen pro Woche in Hypnose durchgeführt (unterstützt durch minimalen Einsatz von Schmerzmedikamenten). Siehe hierzu http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,411933,00.html

Durch die modernen Diagnostikverfahren der Neurologie (fPET, MRT) konnten solche Trancezustände, in denen das Schmerzerleben ausgeschaltet ist, inzwischen untersucht werden. Es wurde festgestellt, dass während der Hypnose äußere Reize zwar noch in den für das Schmerzempfinden zuständigen Gehirnregionen ankommen, dort aber nicht mehr als Schmerz bewertet werden. Andere Gehirnregionen werden dafür umso aktiver.

Warum das allerdings so ist, und wie das Gehirn diesen hochkonzentrierten Zustand, in dem Dinge, die der alltäglichen Welt angehören in ihrer Relevanz anders bewertet werden erreicht, bleibt noch zu erforschen. Trotzdem macht man ihn sich in der Hypnose zunutze.

Behandlungsbeispiele meiner Praxis:

  • Lähmungen nach Schlaganfall
  • zur Anregung der Selbstheilungskräfte bei Tumorerkrankungen sowie zur Verbesserung der Verträglichkeit von Chemo- und Strahlentherapie.
  • Begleitung von Kindern bei schweren Erkrankungen, die schmerzhafte Untersuchungen und Behandlungen notwendig machen ( häufige Blutabnahmen, Verbandwechsel) - hier Vermittlung von schmerzabschaltenden Techniken zur selbständigen Anwendung; Reduktion von Angst und Stress 
  • Vorbereitung vor Operationen (zur Reduzierung der Angst- und Stressfaktoren sowie der Unterstützung der schnellen Wundheilung und Rekonvaleszenz)
  • Schmerzfreie Geburt (Vermittlung von Selbsthypnose)
  • Zahnarztangst
  • Schmerzausschaltung z.b. bei Allergie auf Lokalanästhetika ( mit Begleitung zum Zahnarzt)
  • bei internistischen Eingriffen ( z.B. Magen- oder Darmspiegelung) anstelle des Kurznarkosemittels
  • Vorbereitung vor einer künstlichen Befruchtung siehe hierzu: http://www.kinderwunsch-uni-muenchen.de/show_article.php?articleid=4

Je nach Situationen wird die Hypnose mit anderen Naturheilverfahren kombiniert

Vorgehen

Zu Beginn einer Hypnosebehandlung erfolgt ein ausführliches Vorgespräch von ca. 1 Stunde, bei dem sämtliche medizinischen Fragen geklärt werden, überlegt wird, ob Hypnose für Ihre Problematik angezeigt ist, die Prinzipien und Grundlagen der Hypnose erklärt, sowie Ihre Fragen zur Hypnose ausführlich beantwortet werden. Dieses Vorgespräch ist von großer Wichtigkeit denn es kursieren immer noch eine Menge Missverständnisse über Hypnose.

Hypnoseeinleitung

Um möglichst viel Zeit für die therapeutische Arbeit zu haben und zu wissen, in welchem Stadium der Hypnose sich der Patient befinden, wähle ich zur Einleitung der Hypnose Techniken ( z.B. die Elman- Induktion) die in sehr kurzer Zeit eine gute Arbeitstiefe herbeiführen. Ich verzichte weitgehend auf Techniken der progressiven Relaxation.

Die Möglichkeiten

Die meisten Sitzungen finden in meiner Praxis statt.

Wenn nötig und gewünscht, ist eine Begleitung zu einer Behandlung oder Untersuchung während der eine Hypnose ( z.B. zur Schmerzausschaltung) gewünscht wird, möglich. Eine vorherige Kontaktaufnahme und Absprache mit dem behandelnden Kollegen ist selbstverständlich und dessen Einverständnis ist Voraussetzung hierfür.

Spezialangebot für Kinder:

Für Kinder mit Vorbehalten gegen den Besuch einer Arztpraxis, besteht die Möglichkeit die Therapiesitzung/en nicht in den Praxisräumen sondern im Rahmen einer tiergestützten Intervention auf meinem Bauernhof in Maidbronn zu gestalten.

Dort beschäftigen wir uns zunächst z.B. mit den Lamas oder den Hunden und Kleintieren um dem Kind genügend Zeit zu geben, eine Vertrauensbasis zu schaffen ohne die keine weitere therapeutische Arbeit möglich ist.

Hypnosesitzungen schliessen sich dann an die Arbeit mit den Tieren an und können an variablen Orten durchgeführt werden: bei schönem Wetter und bei Wunsch des Kindes gerne auf der Lamaweide oder im Garten ansonsten in einem dort vorhandenen Innenraum; auch dort kann einer der Hunde an der Seite des Kindes bleiben und ihm Sicherheit geben. Hypnose funktioniert überall.

Honorar

Das Honorar berechnet sich nach der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) mit dem Steigerungssatz 2,14 (Erstgespräch 1,75).

Patienten, die als Selbstzahler in die Praxis kommen, honorieren am Ende jeder Hypnosesitzung den Betrag in bar. Sie erhalten bei Abschluss der Therapie eine quittierte Rechnung für die Steuererklärung bzw. für eine eventuell vorhandene Zusatzversicherung.

Vorgespräch: GOÄ Ziffer 860 (analog), Faktor 1,75 = 94 Euro
Hypnosesitzung: GOÄ Ziffer 870 (analog), Faktor 2,15 = 94 Euro

Bei Hypnosen, die in Praxisräumen anderer Kollegen ( z.b. Zahnärzte) durchgeführt werden, erlaube ich mir zusätzliche Fahrtkosten zu berechnen, die sich an der Entfernung zur Praxis orientieren ( laut GOÄ Wegzuschlag).